Cinque Terre

Die Cinque Terre sind eine Ansammlung von fünf Dörfern entlang der italienischen Riviera in der Region Ligurien. Alle liegen direkt an den Steilküsten – wobei der Ort Corniglia kurioserweise keinen eigenen Hafen hat.

Insgesamt zählen die Städtchen etwa 3.500 Einwohner. In den Sommermonaten dürfte die Zahl der Anwesenden dank der strömenden Touristenmassen allerdings um ein Vielfaches höher liegen.

Da wir im Juli 2026 bereits im zweiten Jahr in Folge die Gegend besuchten und die Cinque Terre wegen der Hitze 2025 (um die 38 Grad) ausgelassen hatten, standen sie dieses Jahr als Pflichtpunkt auf dem Programm. Zudem hatte es dieses Mal »nur« 34 Grad – also alles kein Problem.

Hafen von La Spezia

Hafen von La Spezia

Vom »Mechanischen Türken« (ChatGPT) hatte ich mir im Vorfeld einige Hinweise ausarbeiten lassen, die sich als durchaus hilfreich herausstellten. Es wurde vorgeschlagen, mit dem Schiff anzureisen und die Rückreise mit dem Zug anzutreten, da dies das bestmögliche Erlebnis mit der größten zeitlichen Flexibilität vereinen würde. Unter dem Strich ist dieser Vorschlag richtig, denn die letzte Fähre legt in Monterosso, dem fünften Dorf, bereits um 17:25 Uhr ab. Möchte man vor Ort baden oder sich länger verweilen, macht der Zug als Mittel der Wahl für die Rückreise absolut Sinn.

Da wir morgens mit dem Auto zum Hafen von La Spezia gefahren sind, habe ich mich dennoch für das Tagesticket »Andata e Ritorno« entschieden, um abends genau dorthin zurückzukehren. Pro erwachsener Person lag das Tagesticket mit frei wählbaren Fahrten bei 42 Euro. Die Reise vom Hafen La Spezia bis nach Monterosso dauert rund zwei Stunden pro Strecke.

Tagesticket für eine Person

Tagesticket für eine Person

Im vorletzten Ort, Vernazza, sind wir das erste Mal an Land gegangen. Laut Beschreibung handelt es sich um ein malerisches Fischerdorf. Der Hafen mit seinem winzigen, stark frequentierten Sandstrand ist nett und es gibt einige Lokale. Positiv zu erwähnen ist, dass wir recht problemlos einen Platz im Schatten(!) bekommen haben – Schatten war an diesem Tag das Wichtigste, denn es war erstaunlich, wie stark die Sonne brannte. An reinen Strandtagen ist mir das nie so extrem aufgefallen.

Typische Ansicht eines Dorfes vom Schiff aus

Typische Ansicht eines Dorfes vom Schiff aus

Nach einer Stärkung am späten Vormittag haben wir einen Rundgang durch das winzige Dorf gemacht. Neben Lokalen mit allerlei »Spritz«-Variationen und sonstigen Köstlichkeiten gibt es nette Geschäfte mit Souvenirs und Krimskrams. Dabei hat sich uns jedoch ein Nachteil offenbart: Die Städtchen sind derart klein, dass man ruckzuck durch ist. Will man nicht wandern oder den Berg hinaufsteigen (bei diesen Temperaturen war schon das Stehen in der Sonne anstrengend), gibt es nicht viel zu tun, außer sich in ein Lokal unter einen Sonnenschirm zu retten. Die Fähren verkehren nicht im 10-Minuten-Takt, sodass es durchaus zu Leerlauf kommen kann.

Strand und Hafen von Vernazza

Strand und Hafen von Vernazza

Die Strände und Wasserstellen mit wunderbar klarem Wasser sind stark frequentiert, und durch die von den Schiffen strömenden Touristenschwärme geht es eng zu. Im Nachhinein betrachtet sollte man unbedingt das Badezeug einpacken und eine Runde im glasklaren Meer schwimmen oder – für die Mutigeren – vom Kai oder einem Felsen den Sprung ins kühle Nass wagen. So kann man sich bei heißem Wetter abkühlen und die Wartezeit sinnvoll nutzen.

Klares Wasser ist klar

Klares Wasser ist klar

Wir sind anschließend mit der Fähre die letzten 20 Minuten bis zum größten Ort, Monterosso, weitergezogen. Dieser liegt landschaftlich großzügiger und hat zwei relativ große, durch einen Tunnel getrennte Strände. Diese schienen mir jedoch komplett bewirtschaftet zu sein (d. h. ohne viel Moos nix los, dafür gibt es Sonnenschirm und Liege) – für einen Aufenthalt von nur ein paar Stunden lohnt sich das kaum. Wie zuvor haben wir nach einem Rundgang ein schattiges Lokal aufgesucht, um etwas zu trinken, und uns danach noch ein wunderbares Eis gegönnt.

Einer der zwei Strände von Monterosso

Einer der zwei Strände von Monterosso

Danach haben wir die zweitletzte Fähre um 16:25 Uhr genommen (die letzte fährt eine Stunde später), um die zweistündige Fahrt zurück zum Hafen von La Spezia anzutreten. Vom Schiff aus konnten wir – dieses Mal aus einer noch besseren Perspektive – noch einmal die anderen Dörfer der Cinque Terre betrachten.

Sucht gerne mal nach Bildern von Manarola im Netz und vergleicht sie mit dem Bild hier. Dabei handelt es sich um eines der bekanntesten Postkartenmotive von ganz Italien – nun ja.

Das ungeschönte Manarola

Das ungeschönte Manarola

Hat es sich gelohnt?

Bedingt. Ich stelle mir die Cinque Terre toll vor, wenn man sie zu einer kühleren Jahreszeit erwandert. Wenn man bereits mehrfach in Italien war, sind die wenigen Gassen der Städtchen nichts Besonderes. Die Fähren waren okay, aber noch voller dürften sie nicht sein. Durch ihren Fahrplan ist man in den Möglichkeiten des »Stadthoppings« spürbar beschränkt. Man hat vor Ort schlichtweg wenig zu tun – zudem öffnen manche Gaststätten erst wieder am Abend.

Typische Einkaufsmeile

Typische Einkaufsmeile

Wir können den Besuch der Cinque Terre nun zwar abhaken, für mich bleibt es jedoch cleveres Marketing: fünf kleine und für sich genommen unspektakuläre Dörfer zu einer Riesenattraktion zu verbinden, inklusive eigener Schiffslinie. Das Meer in der Gegend ist traumhaft klar – für Schwimmer und Schnorchler könnte ein Besuch lohnenswert sein, bevorzugt morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Tagestouristen wieder abgezogen sind. Für Wanderer ist die Gegend (direkt oberhalb des Meeres) ebenfalls spannend, allerdings definitiv nicht im Hochsommer.

Praktische Tipps

  • Anreise: Mit dem Auto nach La Spezia zum Parcheggio Porto Mirabello. Ende Juli waren dort genügend Parkplätze vorhanden (1,50 Euro pro Stunde, Kartenzahlung am Automaten möglich).

  • Weg zum Hafen: Vom Parkplatz aus etwa 10 Minuten über die Fußgängerbrücke zum Hafen laufen. Dort gibt es zwei Verkaufsstellen – für die Cinque Terre (Linie 02) nimmt man das zweite Häuschen. Achtung: Die lange Schlange steht in der Regel für den Zugang zum Schiff an. Das Ticket kauft man links davon, wo meist kaum Betrieb ist.

  • Fahrplan: Man erhält vor Ort einen gedruckten Fahrplan, dieser ist aber auch online einsehbar. Tipp: Vor Antritt der Reise studieren und Landgänge planen.

  • Ausrüstung: Wenn es heiß ist, unbedingt eine Kopfbedeckung und am besten direkt das Badezeug einpacken.

  • Verpflegung: Den Aufenthalt und das Essen anhand des Fahrplans organisieren (viele Restaurants schließen am Nachmittag).

  • Alternative Zug: Mit dem Zug zu fahren ist durchaus eine gute Option. In Vernazza und Monterosso liegt die Haltestelle direkt im Ort. Man sollte nur vorab klären, wie man vom Zielbahnhof wieder zurück zum geparkten Auto kommt.

  • Fazit zum Wetter: Bei großer Hitze ist der Tag extrem anstrengend. Mit kleineren Kindern oder älteren Personen würde ich von einem Trip im Hochsommer abraten.

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